Nord-Deutschland 2018

Gesamtstrecke Zug   ca. 1881 Km
Gesamtstrecke Fahrrad  795.2 Km
YouTube Tour:
https://youtu.be/CHmxObzTQUY
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Diese Reise ist meine erste grosse Reise seit 1988. Ich kam spontan 1 Jahr zuvor auf die Idee, eine Fahrrad-Reise zu unternehmen. Wohin es gehen sollte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Erst galt es mal, sich zu informieren, was ich brauchte und das Tourenmaterial wie Fahrrad, Zelt und Ausrüstung anzuschaffen. Nach und nach kamen das Material zusammen. Die Schwierigkeit bestand darin, dass ich keinerlei Erfahrung mit Fahrrad-Reisen auf langer Tour hatte. So passierte es, das ich das eine oder andere kaufte, dass ich dann doch nicht brauchen konnte oder sich als Unhandlich heraus stellte. Da ich nicht so viel Geld zur Verfügung hatte, ersteigerte ich mir das eine oder andere wie Fahrrad, Anhänger usw. Der Tag der Abeise kam immer näher und schon bald wusste ich, dass ich von Berlin starten wollte. Die geplante Tour sollte von Berlin nach Rostock, Flensburg führen, dann der dänischen Grenze entlang auf die andere Seite zur Nordsee und herunter bis Hamburg. Das war geplant.
Kurz vor der Abreise machte ich dann ein Probe-Packen. Und ich nahm mir vor, bei Reisebeginn aufzuhören zu rauchen.
Einige Tage zuvor ging ich dann zum Bahnschalter um das Ticket nach Berlin zu löschen. Dabei stellte ich fest, dass ich viel früher hätte buchen sollen. Es gab kein Zug mehr nach Berlin. Nach langem suchen gelang es der Angestellte am Schalter ein Ticket nach Hamburg zu lösen, aber nicht im direkten Weg Basel - Hamburg. Nein ich musste über Schaffhausen nach Singen, Villingen Schwenningen, Karlsruhe. Erst ab da ging es direkt nach Hamburg. 

Dann war der Tag der Abreise da. Und wie vorgenommen, rauchte ich an diesem Tag keine Zigarette mehr. Ich wartete auf den Zug um dann einzusteigen, was bis dahin gut ging.

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Ich musste mehrere male umsteigen. Dabei gab es Zug Verschiebungen, wodurch ich das Peron wechseln musste und Verspätungen. Auch machte ich nun die Erfahrung, was es heisst, mit einem Fahrrad und Anhänger zu reisen. Es war nach Karlsruhe nicht leicht, Rad, Gepäck und Anhänger zu verladen. Umso mehr war ich erleichtert, wenn ich dann im Zug war. Leute halfen mir auch dabei. Ja und um 23.15 Uhr sollte ich dann in Hamburg ankommen, sollte. Es wurde 00.30 Uhr, bis ich ankam. Dann noch die Jugendherberge suchen, was sich nicht all zu schwierig heraus stellte. Aber leider war in der Zwischenzeit der Abstellraum für die Fahrräder komplett überfüllt. Was tun, mein Fahrrad und Anhänger wollte ich nicht draussen stehen lassen. Also entschied ich mich, bis zur Elbe runter zu fahren und da irgendwo zu übernachten. Was mir zu denken gab und auch traurig machte, diese vielen Obdachlosen. In Zürich gab es auch welche, man sah sie aber kaum. Hier in Hamburg war es offensichtlich. In jeder Nische lag eine Person, so traurig.
Als ich an der Elbe ankam, machte ich es mir gemütlich, genoss den Moment und schlief dann bald auch ein.

Was für ein wunderschöner Morgen. Mit Sonnenschein bin ich aufgewacht. Ich genoss Sonnenstahlen, stand dann auf und packte die Sachen zusammen. Eigentlich müsste ich nun meine Tourenhosen anziehen. Aber hier ging das schlecht. Ich würde schon eine Gelegenheit finden, um die Wäsche zu wechseln. Also erst mal mit den normalen Hosen und Unterwäsche los fahren.
Erst mal führte mich der Weg der Elbe entlang. Ein herrlicher Anblick auf den Fluss. Dabei vergass ich immer mehr, dass ich die Unterwäsche wechseln sollte. Ich kam dann am späteren Nachmittag an einen Wegweiser vorbei, St. Margarethen. so witzig, in der Ostschweiz gab es auch ein St. Margreten, ein klein wenig anders geschrieben. Erst wollte ich da eine Unterkunft suchen, aber alles war geschlossen. So entschied ich mich, weiter zu fahren bis Brunsbüttel, wo es ein Campingplatz gab. Ich bemerkte auch, dass der Saum meiner Unterwäsche langsam in meinen Hinter schmerzte. Vielleicht hätte ich doch besser unterwegs mal gewechselt. Ach so schlimm war es ja nicht. In Brunsbüttel musste ich erst mal nachfragen, wo der Campingplatz war. Bei einer Tankstelle besorgte ich mir noch was zu essen und zu trinken. Dann kam ich auf den Campingplatz und wurde herzlich empfangen. Es war ein einfacher platz, aber mit allem nötigen, was man brauchte. Man konnte duschen gehen usw. Also baute ich mein Zelt auf, ging duschen und dann kochte ich was. Danach ging ich auf den Deich, schaute dem Schiffsverkehr zu und lies den Abend auf mich kommen.

Ich hatte gut geschlafen. War noch etwas ungewohnt, da ich das ja so noch nie gemacht hatte. Dennoch genoss ich es sehr. Der Tag war wieder herrlich sonnig. Ich verabschiedete mich und fuhr dann los. Es war für mich faszinierend, die vielen Windräder zu sehen. Ich kannte das so noch nicht. Ich bemerkte, dass ich leicht Schmerzen am Hintern hab, da wo gestern die normalen Unterwäsche der Saum verlief. Aber es ging gut, hatte ja nun meine Tourenwäsche an. Das würde vorbei gehen. Es war herrlich, dem Deich entlang zu fahren und ich fühlte mich frei Gegen Mittag wurde es kühler und Quellwolken erschienen am Himmel. Aber es war immer noch schön. Am Nachmittag wurde es dann aber immer düsterer, eine Brise zog auf. Dazu kam, dass mein Hinter immer mehr schmerzten, da wo der Saum der normalen Wäsche entlang lief. Ich hatte wohl doch eine leichte Entzündung eingefangen. Nach Büsum folgte ich weiter dem Radweg entlang am Deich auf Meeres Seite. Dann war der Weg gesperrt, wegen Bauarbeiten. Hmm, ich sah nichts, also weiter dem Radweg entlang, so ca 2 Km. Man sollte besser der Beschilderung folgen, denn plötzlich war da kein Radweg mehr und Bauarbeiten. Mist, also wieder umkehren und das gegen den Wind.
Dann der Umleitung folgen Richtung Westerdeichstrich. Und dann sah ich hinter mir schwarze Wolken. Mist, hoffentlich hält das Wetter noch. Kurz bevor ich auf einen grossen Parkplatz kam, fing es an leicht zu regnen. Ich bog ab, suchte nach etwas, wo ich unter stehen konnte und hatte Glück, da war ein kleines Häuschen mit Vordach. Also schnell darunter. Genau im richtigen Moment. Es fing an zu Blitz und Donnern, heftiger Regen und Wind. Es war schon richtig gemütlich, da darunter zu stehen, welch ein Glück. 
So schnell das Unwetter kam, ging es auch wieder. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei und ich konnte wieder weiter fahren. Langsam kam auch die Sonne wieder und mit ihr auch immer mehr die Schmerzen an meinem Hintern. Mein Ziel wäre eigentlich Husum gewesen, doch irgendwann ging es nicht mehr. Ich stand mehr auf dem Fahrrad als das ich auf dem Sattel sass. Dann kam ich an einem Campingplatz vorbei, bog gleich ab und rein ins Areal.
Ein Mann kam auf mich zu und ich meinte, ich muss hier unter kommen, mein "Arsch" ist entzündet. Er meinte, die Chefin kommt gleich. Naja, sie kam dann auch, "Bist du die, wo der Arsch weht tut" und lachte dabei. Ich musste auch grinsen. Das verbreitet sich hier aber schnell. Wir verstanden und auf Anhieb, Dan bezog ich meinen Platz und baute das Zelt auf. Darauf wurde ich gleich auf dein Drink eingeladen. Einfach sympathisch. Die nächsten 3 Tage blieb ich hier, damit sich die Entzündung abheilen konnte.

Nun war es zeit, weiter zu reisen. Der Abschied von Andrea viel mir schwer, zumindest bis ich los gefahren war.  Aber immer wieder dachte ich heute daran, wie es bei ihr war. Der Tag war herrlich. Ich kam gut voran. Erst Gegenwind und am Nachmittag Rückenwind. Das war mir schon bekannt. Ich genoss es, der Nordsee entlang zu fahren. Mein Ziel war Husum. 
Dann kam ich am Leuchtturm Westerheversand vorbei. Dieser faszinierte mich. Ich überlegte mir, zu Ihm zu gehen, aber ich sah, das viele Touristen da waren. Also lies ich es und genoss einfach den Anblick aus der Ferne. 

 

http://www.deutsche-leuchtfeuer.de/nordsee/westerheversand.html

Dann fuhr ich weiter der Nordsee weiter und ich genoss jeden Moment, spührte die Energie, die Ausstrahlung, die diese Gegend ausstrahlte. Ja ich fühlte mich irgendwie verbunden. Dieser Moment könnte nie zu ende gehen. 
Am späteren Nachmittag erreiche ich Husum und fuhr zum Campingplatz. Richtung Campingplatz begegnete mir das abgebrannte Nordsee Hotel, ein trauriger Anblick. Es brannte am 15 Januar 2018. Mittlerweile ist es abgerissen.
Dann kam ich auf dem Campingplatz RegenBogen an. Der Empfang war sehr freundlich und und es hat auch einen kleine Einkaufsecke mit Lebensmittel u.a.
Freundlich wurde mir der Platz auf einer Karte angezeigt, den ich schnell fand. ich baute mein Zelt auf und fand es sehr schön, auch andere mit dem Zelt zu sehen. Später kam noch eine andere Frau mit dem Zelt, die neben mir aufbaute. Wir sprachen etwas miteinander. Und so konnte ich den restlichen Tag angenehm geniessen.

Heute war ich etwas später daran. Bin so gegen 7.30 Uhr aufgestanden. Die Sonne schien wieder. Es versprach ein herrlicher Tag zu werden. Nachdem ich gefrühstückt hatte, baute ich das Zelt ab und verstaute alles. Dann setzte ich meine Tour fort. Ich kam wieder gut voran. Heute hatte ich kein Ziel. Ein geeigneten Campingplatz sah ich auf der Karte bei bei Klanxbüll. Also steuerte ich gegen Abend diesen angeblichen Campingplatz an. Kurz davor sah ich ein Windrad, dass Rotorblätter am Boden gelagert waren. Ich fuhr dahin, weil mich das faszinierte.
Vergeblich suchte ich nach dem Campingplatz, es war nichts angeschrieben. Ich schaute nochmals im Internet nach. Die Bewertungen waren nicht sonderlich gut. Gab es überhaupt noch den Campingplatz? Ich war schon recht genervt. Am Bahnhof Klanxbüll dachte ich mir, ich könnte nach Sylt fahren und da auf den Campingplatz. Und wie es so manchmal ist, der Letzte Zug war schon weg.

Also entschlosss ich mich wild zu campieren. bei einem kleinen Kiosk deckte ich mich noch mit etwas Lebensmittel ein. Dann fuhr ich weiter Richtung Neukirchen. Unterwegs sah ich ein abgebranntes Haus. Daneben war ein Unterstand, den ich geeignet fand. Ich ging dahin und fand ein organal eingepacktes Reise Klappbett. So genial, darauf konnte ich gut die Nacht verbringen. Gesagt, getan. Ich packte das Bett aus und machte es mir gemütlich.
Doch dann hatte ich immer mehr das Gefühl, beobachtet zu werden. Und wie ich bin, hörte ich auf mein Gefühl. Ich packte meine Sachen zusammen, verstaute wieder das Klappbett im Karton und fuhr weiter. Mir war einfach nicht wohl dabei. Ich war eigentlich schon recht müde. Kurz nach Neukirchen sah ich ein Sportplatz. Dahinter machte ich es mir gemütlich. In der Nähe waren auch beleuchtete Häuser, was mich beruhigte. Es war das erste mal, das ich wild campierte. Dann ass ich noch etwas und kuschelte mich dann in den Schlafsack. Irgendwann schlief ich dann auch ein.

die Nacht war unruhig. Dementsprechend war ich früh wach. Ich packte meine Sachen zusammen und fuhr dann Richtung Neukirchen weiter. Zuvor ass ich noch eine Kleinigkeit. In Neukirchen kaufte ich mir was zu Essen. Danach fuhr ich Richtung Neufeddersbüll an die dänische Grenze. Bei der Gemeinde Aventoft fuhr ich über die dänische Grenze. Das war ein Glücksgefühl für mich.
Ab da an führte mich der Weg auf der dänischen Seite entlang und ich spürte die Energie, die von diesem Land aus kam, auch wenn ich nicht viel von Dänemark sah.  Bis nach Flensburg fühlte ich mich wie in einem Vakuum, unbeschwert und frei.
Als ich an die Grenze bei Flensburg sah und über die Grenze fuhr, winkten mir eine dänische Zöllnerin zu. Das empfand ich als ehr angenehm und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht, das ich der Zöllnerin erwiderte. Gleich danach kam ein Denkmal, ein schulübergreifendes Projekt Deutschland - Dänemark. Ein kurzer Moment blieb ich davor stehen und betrachtete es mit Respekt. 
Danach gings durch Flensburg, am Sitz vorbei, wo die Strafpunkte gesammelt werden und dann zum Haven. Da war gerade ein Trödlermarkt. Den schaute ich mir an. Das Leben pulsierte hier und für mich war das ein Genuss.  Am ende des Marktes führte mich der Weg entlang der Ostsee Richtung Glücksburg bis Bockholmwick. Dabei führte der offizielle Fahrradweg über eine sehr losen, abschüssigen Schotterweg, so dass ich absteigen musste. Auch eine Familie vor mir hatte mühe, die Fahrräder über den Schotter zu schieben. Dabei nicht genug. Am ende der Schotterpiste mussten wir die Fahrräder eine Treppe runter tragen. Wir halfen uns gegenseitig. Später kam ich an dem Schloss Glücksburg vorbei.
Als ich am Campingplatz Förderverein Bockholmwick ankam, wurde ich nett empfangen. Die nette Frau hatte mir alles erklärte, auch dass man im kleinen Lade Brötchen vorbestellen konnte. Nachdem ich diese bestellt hatte und noch eine Kleinigkeit an Lebensmittel gekauft hatte, zeigte sie mir den Platz. Etwas abschüssig, aber eine schöne Aussicht auf die Ostsee. Ich verankerte mein Tourenanhänger, damit er nicht weg rollte, baute das Zelt auf und ging dann duschen. Gleich darauf wusch ich noch Kleider in den vorhandenen Waschmaschine und genoss dann den Abend und den Sonnenuntergang.

War heute früher aufgestanden und habe alles zusammen gepackt. Dann habe ich meine Brötchen, die ich gestern im kleinen Laden bestellt habe, abgeholt und machte es mir an einem vorhandenen Tisch gemütlich. Ich lies mir das Frühstück schmecken. Ich wurde noch von der Frau an der Rezeption hingewiesen, dass ein Fahrrad Rennen stattfinden würde und es nicht so einfach wäre, weiter zu kommen, als so hier in der Umgebung. Ach das Past schon. OK, ich hätte das etwas ernster nehmen müssen, 2 mal kam ich am gleichen Ort vorbei, weil eine Strasse gesperrt war, bis ich dann eine kleine Abzweigung fand. Dann endlich ging es weiter, wobei ich teilweise die Rennstrecke queren musste. Es gab ein kleiner Teil, wo ich auf der Rennstrecke fahren musste, wobei erst die Teilnehmer vorbei fuhren. Ich wurde dann rein gewunken und gleich von den anstehenden Zuschauer angefeuert. Ein witziger Moment, ich mit meiner ganzen Ausrüstung. Ein Lächeln konnte ich mir nicht verkneifen.

Irgendwann kam ich von der Rennstrecke ab und fuhr über die sächsische Schweiz. Zwischendurch konnte ich mich gerade noch mit dem Fahrrad unter einem Bus Wartehäuschen retten, da es anfing zu regnen. Es dauerte aber nicht lange. Es begann dann noch ein zweites mal an zu regnen, wobei nur schwach. Irgendwann, nachdem es auf und ab ging, kam ich in Kappeln an der Schlei an. Es war stark bewölkt. An der Schlei sah ich jene Menschen, die Kiteboarden oder Kit Surfen, so nennt man das, betreiben. Ich würde das einfach Gleitschierm Wasserski nennen. Klingt aber nicht so dynamisch. Zwischendurch begann es immer wieder leicht zu regnen an, nichts tragisches. Langsam zweifelte ich an meinen Lowrider-Taschen, die mir bei Ricardo ( so was wie Ebay ) als solches verkauft wurden. Die waren einfach viel zu gross. Ich konnte nicht stark in die Kurven liegen, dann berührten sie den Boden. Das ärgerte mich manchmal. Ja das sind meine ersten Erfahrungen auf so einer langen Tour.
Am späteren Nachmittag kam ich in Damp an und suchte mir den Campingplatz Dorotheenthal aus. Am Empfangs-Häuschen stand eine Telefonnummer, die ich anrufen musste und bald darauf kam ein Herr. Er begrüsste mich nett und zeigte mir dann den Platz. Als ich das Zelt aufbaute, bemerkte ich, das der Boden sehr hart ist. Ja ein Hammer wäre nun gut gewesen. Ein junges Pärchen, das gegenüber das Zelt aufstellte, lieh mir dann den Hammer. Danach kochte ich was, ging duschen und genoss den Abend.

Und wieder war ein herrlicher Tag. Es wurde schon fast zur Normalität. Ich genoss den morgen. Wie immer Zelt abbauen, was frühstücken und dann los fahren. Der Weg führte mich weiter der Nordsee entlang. Irgendwann fuhr ich Richtung Strand der Nordsee. Dabei kam ich an einem Militär Stutzpunkt vorbei. Am Strand bei Klein Waabs gönnte ich mir ein Fischbrötchen. Danach überlegte ich mir, diesen Natur Weg am Strand weiter fahren oder umkehren und zur Hauptstrasse hoch fahren. Mein Gefühl sagte mir, wieder an die Hauptstrasse, meine Neugier drängte mich, weiter dem Weg am Strand zu folgen. Also gab ich nach und folgte meiner Neugier. Ich sag's mal so, bereuen tu ich es nicht. Aber irgendwann stand ich bei einer langen Treppe. Ok, erst Fahrrad hoch tragen, dann Gepäck und dann Tourenanhänger.
Dann kam ich in Eckernförde an. Ich hatte Lust, das Schiff zu nehmen und so den Weg abzukürzen. Als das Schiff kam, passte mein Tourenanhänger gerade so noch durch den Steg. Ab Sandkrug fuhr ich dann weiter per Rad. Später fuhr ich nach Kiel und weiter nach Laboe.
Da gab es ein U-Boot U-995 zu besichtigen und schräg gegenüber das Marine-Ehrenmal, ein Turm zum besichtigen. Leider hatte es zu viel Touristen, die das besichtigen wollten, so lies ich es und fuhr weiter. Ich machte mir langsam Gedanken, wo ich übernachten sollte und fand auf der Google Karte den Campingplatz Oase Bonanza, bei Wentdorf direkt am Meer. Den steuerte ich an. Als ich das Zelt aufbaute, war nebenan eine kleine Familie, die auch mit dem Zelt und dem Fahrrad unterwegs waren. Wir kamen kurz ins Gespräch und ich erfuhr, dass sie oft und lange mit dem Rad unterwegs waren. Es hatte auch ein Tisch und da machte ich es mir gemütlich, um was zu essen. Und so verging der Tag.

War heute gut aufgestanden. Nach dem zusammen packen und frühstücken verabschiedete ich mich von der Familie. Der Tag war wieder wunderschön. Ich fuhr über die sächsische Schweiz Richtung Lübeck. Dennoch lag etwas in der Luft, heisst, heute war irgend was anders mit mir als sonst. Ich hatte noch nie eine so lange Reise gemacht. Also war es sicher auch die Reise-Müdigkeit. Mein nächstes Ziel war... ich weiss es nicht. Das auf und ab war etwas anstrengend. 
Dann kam ich in Plön vorbei, eine sehr schöne Stadt. Auch dem Grossen Plöner See etwas entlang zu fahren, war sehr schön. Nach Plön verlor ich dann noch ein Pullover, den ich wohl schlecht auf meinem anhänger zum trocknen befestigt hatte. Ich überlegte mir, zurück zu fahren, doch der konnte überall sein und so lies ich es. Und dann hatte ich meine erste Reifenpanne am vorderen Rad. Eine Frau hielt mit dem Auto an und fragte, ob sie helfen könne. Ich fand das sehr nett, doch verneinte ich. Der Schaden war schnell behoben, neuen Schlauch ersetzen.
Als ich in Lübeck ankam, war es schon ca. 20 Uhr. Und irgendwie fand ich keinen Campingplatz. Ich irrte etwas in Lübeck umher. Also fuhr ich weiter und es wurde immer Später. Meine Energie sank rapide. Als ich in Selmsdorf ankam, war es schon dunkel und ich übermüdet. In einem Park wollte ich die Nacht verbringen, aber einige junge Leute feierten da. Also weiter. In einer Wohnsiedlung lies ich mich nieder. Übermüdet und auch etwas einsam schlief ich dann ein.

Heute morgen empfand ich ihn am ersten Moment als komisch. ich war schon um ca. 5 Uhr wach. Ich bin aufgestanden, die Kleinigkeit zusammen gepackt und bin weiter Richtung Rostock gefahren. Das war mein nächstes Ziel. Es ging ein langes, gerades Stück der Strasse entlang. Dabei hatte es kein Radweg. Zum glück war nicht viel Verkehr. Danach kam eine Tankstelle, wo ich einkaufen ging. 
Ich merkte, dass ich reisemüde und innerlich angespannt war. Das vorwärts kommen viel mir schwer. Doch nach Selmsdorf, nach dem geraden Stück war der Radweg super ausgebaut. Und dann begrüsste mich ein herrlicher Sonnenaufgang. 
Weiter gings dann Richtung Dassower See nach Dassow. Da gönnte ich mir ein leckeres Eis. Bis dahin war alles noch soweit gut. Doch dann gab es Probleme mit dem Navi, hatte starken Gegenwind und kam nicht mehr so gut voran. Auch vermisste ich das Meer. Irgendwann erreichte ich das Meer und ich fuhr weiter nach Wismar. Da kaufte ich noch ein. Dann verweilte ich da noch etwas an der Ostsee. Dann reiste ich weiter bis Redentin. Bis dahin war ich 56.3 Km gefahren.
Ich war ausgelaugt. Was tun. So fasste ich aus Unerfahrenheit den Entschluss, nach Lübeck zurück zu fahren und da mit dem Zug nach Hamburg zu reisen, ohne zu wissen, auf was ich mich einliess. Gesagt getan. Ich kam dann auch wieder an dem Ort vorbei, wo ich das leckere Eis gegessen hatte. Es war schon gegen späten Nachmittag / Abend. Die Zeit ging an mir vorbei und ich war nicht mehr so aufnahmefähig. Irgendwo nach Wismar verfuhr ich mich mehrmals, da dass Navi komplett ausgefallen war. Und irgendwann in der Nacht erreichte ich Lübeck. Da noch um 24 Uhr eine Unterkunft zu finden, war aussichtslos. So übernachtete ich im Lübecker Bahnhof in der Empfangshalle. Von Redentin bis Lübeck war es nochmals 64.7 Km und hatte somit 121 Km gefahren. Ein obdachloser wurde aus dem Bahnhof raus gewiesen, was mich etwas beschämte, als reisende drin bleiben zu dürfen.

War früh wach. Ein Bahnangestellter fragte mich, wohin ich reisen möchte und dann meinte er, der Zug fährt in 20 Minuten nach Hamburg. Sehr freundlich. Also machte ich mich auf zum Bahnsteig und stieg dann in den Zug. Während der Fahrt im Zug lies ich meine Reise durch den Kopf gehen und genoss die Bahnfahrt. Einmal musste ich noch umsteigen und dann kam ich in Hamburg an. Es war eine Art nach hause kommen.
Danach machte ich mich auf den Weg zur Jugendherberge, die ich zu beginn der Reise übernachten wollte. Ich meldete mich an für die nächsten 3 Tage, also 2 Übernachtungen, verstaute mein Fahrrad Tourenanhänger im Fahrradraum und erholte mich etwas im Zimmer. So viele Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ja und es war jede Sekunde wert meiner Reise.
Am nächsten Tag besichtigte ich ein klein wenig Hamburg. Am Abend kam ein heftiges Unwetter. Vom Speisesaal sah man normalerweise den Michel, doch bei diesem Unwetter sah man nur ca. 5 Meter. Danach eine graue Wand. 
Als ich am nächsten Tag wieder in Hamburg unterwegs war, lagen überall Äste rum vom Sturm. Ich machte eine 2 Stündige Hafenrundfahrt und der Kapitän erzählte die unglaubliche Entstehungsgeschichte von dem Konzertsaal Elbphilharmonie. Das war unglaublich. Später ging ich noch zum Bahnhof um ein Ticket nach hause zu lösen. Ja es war etwas knapp für den nächsten Tag. Der Bahnangestellte gab sich richtig mühe und irgendwann fand er eine Lösung. Vielen Dank dafür.
Und so ging meine Reise am 3. Tag in Hamburg zu ende und ich fuhr mit dem Zug nach hause. Während der Heimfahrt fuhr ich am Rhein entlang Richtung Basel und da wusste ich schon, die nächste Reise geht am Rhein entlang Richtung Norden...