Radtour Schweiz 1988

Diese Fahrrad-Reise kann ich nur noch aus der Erinnerung vor 31 Jahren erzählen. Viele Fotos / Negative sind leider durch die Jahre im Archiv, zu dem ich im Moment keinen Zugriff habe (eingelagert) verschollen. Ich weiss es nicht mehr.
Ich war in der Ausbildung und in der Schule hörte ich von den Mitschüler, sie waren in Mallorca, Amerika, Kanada usw. Dabei viel mir auf, das kaum jemand die Schweiz bereiste. Da entschloss ich mich, meine erste Reise durch die Schweiz zu machen um sie besser kennen zu lernen. Ich war 1 Jahr zuvor mit dem WWF nach Ameland / Niederlande gereist, mit andern zusammen, die aus der ganzen Schweiz kamen. Da war es für mich naheliegend, die eine oder andere zu besuchen. Leider traf ich nur jemand aus der Reise aus Ameland. Später mehr.

Also begann ich mit den Vorbereitungen und Anschaffungen.

Dann war er da, Samstag 9. Juli 1988. Die Vorfreude war gut und mein Fahrrad bepackt. Ich verabschiedete mich und fuhr los. Wo es lang gehen sollte, wusste ich nicht genau. Ziel war Zofingen fürs erste, da ich da eben ein Mädchen vom letzten Jahr besuchen wollte. Der Tag war schön und ich kam bis Winterthur. Ich übernachtete in der Jugendherberge, das in einem Schloss war und auch ein Museum hatte. Dieses schaute ich mir an und war beeindruckt.

Sonntag, 10. Juli 1988
Am nächsten Tag bin ich nach Zofingen gestartet. Ziel war die junge Frau, dass ich letztes Jahr bei der WWF Reise nach Ameland kennen gelernt hatte, zu treffen. Wie die Reise bis dahin verlaufen ist, weiss ich nicht mehr. Aber in Zofingen angekommen, musste ich erst mal Filmmaterial (analog) kaufen. Danach meldete ich mich in der Jugendherberge an und nach dem Zimmer  rief ich sie an. Wir trafen uns dann am Abend und sie zeigte mir eine Keller-Bar. Wir hatten einen schönen Abend und ich lernte noch ihre Freunde/innen kennen. Am späten Abend verabschiedeten wir uns und ich ging zurück in die Jugendherberge.

Dienstag, 12. Juli 1988
31 Jahre sind eine lange Zeit. Ich blieb 2 Tage in Zofingen. Die Tagestour von Zofingen nach Bern sind mir leider kaum Erinnerungen geblieben. Ich kann mich nur noch wage an Damals in Bern erinnern. Ich war noch beim Bärengraben und Abends sass ich an der Aare. Und es war ein schöner Tag. Die Jugendherberge empfand ich angenehm. All die gleich jungen Menschen damals. Bilder gibt es von dieser Tagestour leider keine.

Mittwoch, 13. Juli 1988
Am diesem Tag war mein Ziel Richtung Tun. Wo genau, wusste ich noch nicht. Ich folgte der Aare entlang. Links und Rechts Berge. In Thun angekommen. schaute ich mir die Stadt ein klein wenig an. Dann schaute ich auf der Landkarte und Jugendherberge Reiseführer (Navi und Händy gab es damals ja noch nicht) nach der nächsten Unterkunft. Bei Faulensee gab es eine Jugendherberge. Da wollte ich hin. Am späteren Nachmittag erreichte ich die Jugendherberge, meldete mich an und machte es mir gemütlich. Die Unterkunft war einfach gestaltet. Aber ein schöner Blick auf den Thunersee.

Donnerstag, 14. Juli 1988
Das Wetter war soweit gut. Ich brach auf Richtung Interlaken. In Interlaken hätte ich der Schnellstrasse entlang auf der linken Seeseite fahren müssen. Das wollte ich nicht. Da ich nicht auf der Landkarte nachgesehen habe, sah ich auch nicht, dass auf der Rechten Seite auch eine Strasse Richtung Brienz führte. Ich sah nur ein Fussweg dem See entlang. Den nutzte ich, mit Folgen. Unterhalb von den Giessbachfällen ging es steil hoch durch eine Art Treppenschlucht. Ich hab mich echt geärgert, musste ich doch erst Gepäck hochtragen und dann das Fahrrad. Oben angekommen, beruhigte ich mich schnell und stellte eben fest, dass da auch eine Strasse hingeführt hätte. Ich schaute eine Weile den Giessbachfällen neben dem Grandhotel Giessbach zu. Danach fuhr ich weiter Richtung Meiringen. Hinter Meiringen besuchte ich die Aareschlucht, die sehr beeindruckend war. 
Kurz danach kam Interkirchen und ich fuhr weiter bis Göschenen. Da es ständig hoch ging, war ich am Abend so erschöpft. Ich bezog das Zimmer in der Jugendherberge und genoss den Abend.

Freitag, 15. Juli 1988

Am darauf folgenden Tag hatte ich verschlafen. Ich war erst um 9 Uhr ca. am Frühstücks-Tisch. Dabei wollte ich den Gotthard überqueren. Als ich fertig mit frühstücken und packen war, machte ich mich auf dem Weg. Ich kam dann bei Andermatt vorbei. Vor Andermatt erreichte ich noch die Teufelsbrücke mit dem Teufelsstein. Der Stein war beeindruckend und die Geschichte dazu genauso.

https://www.tell.ch/schweiz/teufelsstein.htm

https://www.mittelschulvorbereitung.ch/contentLD/DE/T70Teufelsbrucke.pdf


Es dauerte nicht lange, da fuhr ein Traktor mit Heuwagen der Gotthardstrasse hoch. Ich nutzte die Gelegenheit und hielt mich am Heuwagen fest. So konnte ich gut die verschlafene Zeit wieder einholen. Nach etwas mehr als die halbe strecke bog dann er Traktor auf die Bergwiese ab. Ich hatte Zeit gewonnen. Also nun wieder aus eigener Kraft. Ich begegnete dann auch anderen Fahrrad Tourenfahrer, mit denen ich ins Gespräch kam und gemeinsam bis zum Gotthard pass hoch radelte. Oben angekommen, verabschiedeten wir uns, da sie die Nacht am pass verbrachten. Für mich führte der Weg weiter ins Tessin.
Leider hatte ich das Tessin komplett unterschätzt, was das Trinkwasser anbelangt. Während in der restlichen Schweiz immer wieder mal ein Brunnen kam, um die Trinkflasche aufzufüllen, war hier nichts. Es war heiss. Ausserdem war es zwischendurch anstrengend zu fahren. Ich fuhr die alte Passstrasse runter und im ersten drittel waren oft Pflastersteine. Danach ging es. Ich weiss noch, wie verzweifelt ich nach einem Brunnen Ausschau hielt. Mein Wasser ging zu neige. Ja schon damals dachte ich dann, so ein Wasserfilter wäre nun gut gewesen. Als ich die Talebene im Tessin erreichte, war das Wasser alle. Ich musste es noch bis Lugano schaffen. Zeitlich war ich gut daran.  Bei Bellinzona schaute ich zur Burg hoch und es kamen mir Erinnerungen an unsere Ferienzeit. Wir verbrachten viel Ferien im Tessin.
Und endlich erreichte ich Lugano. Mein war so trocken, es fühlte sich an, als hätte ich Sägemehl im Mund. Ich fragte eine Frau nach dem Weg zur Jugendherberge. Sie konnte deutsch. Sie wusste es nicht, aber ihre Wohnung war ganz in der Nähe und bei ihr zu hause schaute sie auf der Landkarte nach. Ich fragte sie höflich, ob sie eine Kleinigkeit zu trinken hätte. Sie stellte mir ein Glas und ein Liter Eistee hin. Als sie 5 Minuten wieder kam, war der Eistee fast alle. Mit einem lächeln meinte sie, ich hätte wohl sehr Durst gehabt. Mir war das peinlich. Danach bedankte und verabschiedete ich mich. Die Jugendherberge war schnell gefunden. Nach dem Duschen wusch ich noch Kleider und ass eine Kleinigkeit. Ich genoss den Abend. Die nächsten 2 Tage blieb ich in Lugano.

Montag, 18. Juli 1988

Nach diesen 2 Tagen wollte ich über Italien, über den Simplon fahren. Daher brach ich schon früh auf, da es doch hoch und runter ging. Der Tag war sonnig warm und ich kam gut voran. Irgendwann kurz nach Mittag kam ich in Domodossola an. Ich stellte fest, dass ich kein Kartenmaterial von Nord-Italien dabei hatte. Ich war vorerst unbesorgt, denn Simplon würde sicher angezeigt sein. Doch diese Abzweigung fand ich nicht. 2 mal fragte ich jemanden nach dem weg, wo etwas deutsch konnte. Sie zeigten mir die Richtung an und meinten, es sei dann angeschrieben. Fehlanzeige, nichts dergleichen von Simplon. Als ich ein 3. Mal etwas genervt jemanden höflich anfragte und erklärte, wo ich durch gefahren bin, meinte diese, es sei auf Italienisch angeschrieben und hiess Sempione. Man war für ein Irrtum. Ich fand dann auch die besagte Tafel. Als ich auf die Uhr schaute, stellte ich nun fest, dass es zu späht war, über den pass zu fahren. Damals hatte ich kein Zelt dabei. So entschide ich mich enttäuscht, dass ich mit dem Zug unten durch nach Brig fahren würde. Ich erwischte gerade noch den letzten Zug. In Brig angekommen schaute ich nach einer Jugendherberge und fand eine in Visp. Die Entäuschung war immer noch gross. Dennoch war ich froh, dass es mit der Unterkunft funktionierte und verbrachte dort den Abend.

Dienstag, 19. Juli 1988

Es war ein herrlicher Tag und die Sonne schien kräftig. Dem entsprechend war es durch den Tag heiss. Ich packte meine Sachen zusammen und fuhr los. Ich genoss die Gegend. Als ich in Sitten ankam, dachte ich an den Stausee Grande Dixence, oberhalb von Sitten. In der Schule haben wir die Geschichte zu der Staumauer durch genommen (http://www.grande-dixence.ch/de). Ich überlegte mir, da hoch zu fahren. Ich lies es aber bleiben. Denn es war ziemlich heiss und ich hatte nicht mehr all zu viel Getränk dabei. Und in dieser Gegend ein Brunnen zu finden, gestaltet sich als schwierig. Das Wallis ist bekannt für ihre Wasser-Knappheit. Dementsprechend gibt es da die Suonen.

Zwischendurch machte ich mir ein wenig Sorge, ob ich bei dem heissen Wetter genug zu trinken hatte. Irgendwann fragte ich nach Wasser, wo genau, weiss ich nicht mehr. Jedenfalls ging die Reise weiter und in Martigny kaufe ich Getränk und etwas zu essen ein. Dann fuhr ich weiter Richtung Monthey und bog ab Richtung Gstaad. 

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