Südschwarzwald Radweg 2020

Gesamtstrecke  331.67 Km

 

Tag 1
Von Bülach entlang am Rhein af der deutschen Seite bis kurz nach Bad Säckingen.

YouTube:
https://youtu.be/8E0AtlZPe6A

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Heute am 19. September 2020 habe ich mich auf den Weg gemacht für den Süd-Schwarzwald Radweg. Am morgen früh habe ich mein Tourenfahrrad gepackt und bin los gefahren. Der weg führte mich erst der Glatt entlang bis zum Rhein. Da wechselte ich beim Rhein-Kraftwerk Eglisau/Glattfelden auf die deutsche Seite. Ab da ging es gemütlich am Rhein entlang. Das Wetter war herrlich.

Am Abend, kurz nach Bad Säckingen wollte ich auf den Campingplatz Schwörstatd. Zuvor hatte ich mich noch kurz verfahren. Als ich da ankam, zeigte mir das Navi einen Weg, der gesperrt war. Also weiter der Strasse entlang und die Einfahrt suchen. Auch nach mehrmaligen versuchen fand ich keinen Hinweis auf den Campingplatz. Ist er wegen der Carona-Pandemie geschlossen oder noch schlimmer? Ich weiss es nicht. So machte ich mich dann auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Den fand ich hinter einem Maisfeld am Rhein. Ja auch in der Schweiz ist wild campieren verboten, also mit dem Zelt. Nachdem ich das Zelt aufgebaut hatte, kam tatsächlich noch ein Auto am Feldweg entlang (weiter vorne hatte es so ne Art Schrebergarten-Siedlung). Verunsichert wartete ich etwas ab. Ach was solls. Ich blieb da und machte es mir gemütlich …

Tag 2
Von Bad Säckingen entlang am Rhein nach Basel, Richtung Müllheim bis Sulzburg.

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Hatte soweit gut geschlafen. Es war noch morgen früh, ca. 6.30 Uhr. Mein Ziel heute war in der Nähe von Freiburg in Breisgau. Wo genau, wusste ich noch nicht. also packte ich meine Sachen zusammen, frühstückte noch eine Kleinigkeit und fuhr dann Richtung Basel los.
Kurz vor Basel war dann die Beschilderung recht schlecht. Doch irgendwie kämpfte ich mich da durch. Als ich von Deutschland nach Basel rein fuhr, wurden die Fahrradwege wider gut. Es war schön, am Rhein entlang zu fahren. Letztes Jahr fuhr ich nach Basel auf der Französischen Seite des Rheins entlang. Dieses mal wollte ich auf der Deutschen Seite fahren. Vieles kam mir dennoch wieder bekannt vor von letztes Jahr.
Bei einem Restaurant machte ich halt. Es war schon komisch, wenn man Maske für eine Bestellung tragen musste. Ja dieses Jahr war vieles anders. Dann fuhr ich weiter und am Rhein entlang. Irgendwann hielt ich bei einem Tisch an und machte es mir gemütlich, um was zu essen. 
Auf der Höhe Müllheim Deutschland schaute ich nach und entschied mich demnächst rechts abzubiegen. Ich hatte mich für den Campingplatz Sulzbachtal in Sulzburg entschieden. Kurz davor war noch etwas schieben angesagt. Ja meine Fitness hat ein wenig nach gelassen. Aber für mich war das kein Problem, auch mit schieben kommt man voran.
Als ich auf dem Campingplatz ankam, meldete ich mich an der Rezeption, natürlich wieder mit Maske. Es war etwas befremdlich. Nach etwas warten wurde ich freundlich empfangen. Der Herr an der Rezeption schaute nach und zeigte mir dann den Platz. Die Nachbarn Wohnmobil-Camper waren freundlich. So stellte ich das Zelt auf und machte es mir dann gemütlich...

Tag 3
Von Sulzburg Nach Freiburg im Breisgau,  Kirchzarten nach Oberried

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Bin am Morgen gut aufgestanden. Der Platz war noch verschlafen, nur einzeln sah ich Leute. Leise packte ich mein Zelt zusammen, verstaute alles in den Taschen und belud mein Fahrrad. Dann noch auf die Toilette, u.a. auch Flaschen mit Wasser befüllen. Musste nochmals zurück, Maske vergessen, grrrr.

Dann fuhr ich los. Es wurde wieder ein sonnigen Tag. Ich kam gut voran und die Route bis vor Freiburg war ziemlich flach. Nachdem ich in Freiburg angekommen war, durch die Stadt fuhr, führte der Rad weg leicht steigend nach oben, weiterhin angenehm zu fahren. Langsam bekamen die Berge zu Gesicht. Dennoch war für den heutigen Tag kein grosser Anstieg geplant. 
Als ich in Kirchzarten ankam, überlegte ich mir, ob ich da auf den Campingplatz gehen soll oder das risiko in Oberried auf dem Campingplatz. Bei Google zeigte es mir an, dass es nur für Camper, nicht aber für Zelte war. Auf der Homepage aber waren Zelte zu sehen. Ok, also nach Oberried, kann ja wieder zurück fahren. Als ich in Oberried ankam, führte die Strasse ca. 300m steil nach oben. Oben angekommen, war ich ausser Atem. Dann stellte ich fest, dass ich noch zu früh war, der Platz öffnete erst wieder um 15 Uhr. Also warten. Dann endlich konnte ich mich anmelden, bezahlen und der freundliche Herr zeigte mir meinen Platz auf dem Plan.  Trotzdem musste ich noch ein klein wenig suchen und fragte auch ein Camper-Paar. Wir redeten noch etwas. 

Also Zelt aufstellen. Danach ass ich noch Flammkuchen im Hauseigenen Restaurant und lies dann gemütlich den Tag ausklingen...

Tag 4
Von Oberried über den Rinkenpass, Kirchzarten nach Lenzkirch

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Heute stand eine der schönsten Passstrecken auf meinem Programm, das es in sich hatte. Ich musste 890 Höhenmetern Anstieg bewältigen. Daher war schieben angesagt, da die Strasse doch steil nach oben führte. Auf der Passhöhe zwischen Rinkel und Feldberg war der Ausblich herrlich. Oben angekommen, kochte ich mir erst mal eine Kleinigkeit. Der Anstieg war recht anstrengend, dennoch lohnenswert. Danach kam die Berg-Abfahrt, was eine Zeitlang meine Bremsen forderten. 
Als ich in Kirchzarten ankam, war es nicht mehr so schön, obschon die Sonne herrlich schien. Doch der Ort war trotz Corona komplett mit Touristen überfüllt, so dass ich schnellstmöglich hindurch fuhr. Danach kam wieder Natur, was ein Genuss war.
Die Wegweisung für Fahrräder lies aber manchmal zu wünschen übrig. Dennoch genoss ich den Tag ausgiebig. Am späteren Nachmittag kam ich dann auf dem Campingplatz Kreuzhof in Lenzkirch an. Ich wurde nett empfangen und mir wurde nach bezahlen den Platz gezeigt. So baute ich mein Zelt auf und ging dann duschen. Für den nächsten Tag war leider nicht mehr so warmes Wetter angesagt. 

Tag 5
Von Lenzkirch nach Stühlingen, Eggingen, Hallau CH, Jestetten D, Rafz CH

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Die Nacht war unruhig. Ich hatte schlecht geschlafen. Das lag daran, das es in der Nacht eisig kalt wurde und ich einen viel zu dünnen Schlafsack hatte. Trotz Zwiebel-Prinzip hatte ich die ganze Zeit gefroren. So war es auch nicht erstaunlich, dass ich früh wach war. Draussen war es leicht dunstig und feucht. Mein Zelt war klitsch nass. Das abtrocknen vom Aussenzelt half nicht viel, da es gleich wieder feucht wurde. Also feucht einpacken. Meine Knochen waren steif, ich war müde. Als ich endlich alles verpackt hatte, fuhr ich los. Es war noch kaum jemand auf dem Platz zu sehen.

Der tag war wieder sonnig und allmählich wärmte ich mich auf. Die Müdigkeit verflog auch. Dennoch merkte ich, dass ich heute nicht so viel Energie hatte. Ich kam gut voran, genoss auch den Tag. Aber meine Aufnahmefähigkeit war heute etwas eingeschränkt.
Irgendwann kam ich bei Stühlingen vorbei, ein schöner Ort. Ab da fuhr ich der Wutach Fluss entlang bis Eggingen. Eine wunderschöne Strecke, abseits von der Strasse. Ich überquerte den Fluss und fuhr in die Schweiz rein Richtung Hallau. Nach der Grenze ging es hoch durch den Wald. Schieben war wieder angesagt. Dieser Teil zog sich hin. Zum glück kaum Verkehr. Diese Ecke schien verschlafen zu sein, das gefiel mir.
In Hallau CH kaufte mir noch was zu essen und zu trinken. Dann fuhr ich weiter Richtung Jestetten D. Ich fühlte mich weit weg von der Welt, eine ruhige Ecke. Als ich in Jestetten ankam, war der Weg mir schon bekannt, war diese Strecke nach Hause oft schon gefahren. Also fuhr ich bis Rafz CH, wo ich mich entschloss, den Rest mit dem Zug zu fahren. Doch das war leider eine Fehlentscheidung. Als ich im Zug war und in Bülach einfuhr, stellte ich fest, dass die Tür defekt war und ich mein Fahrrad mit Gepäck mühsam auf die andere Seite des Wagons durch die erste Klasse tragen musste, um raus zu kommen. In der Zwischenzeit ist der Zug weiter zum nächsten Halt gefahren, was mich tierisch ärgerte. In Niederglatt ausgestiegen, musste ich 30 Minuten warten, um zurück zu fahren. Ein Tikket löste ich nicht. Falls ich kontroliert würde, würde ich mich beschweren. Endlich in Bülach angekommen, verflog mein Ärger und die schöne 5 Tage Erinnerung kam zurück. Warum muss die schöne Zeit immer so schnell vorbei gehen. Zu hause angekommen, hing ich den Gedanken dieser Tage nach, total entspannt auf dem Sofa...

Überschrift 6
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